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Menschen, Typen, Originale...
z´ruck
Teil 2 Wenn wir über das Thema Tracht sprechen, dann gibt es neben den Kernthemen wie Dirndlkleid und Lederhose als Hauptbestandteil des Gwands noch einen nicht zu vernachlässigenden weiteren Punkt - nämlich die Strickwaren. Hier wird natürlich viel maschinell gefertigtes angeboten, nicht selten sieht es auch noch billig aus. Kniestrümpfe und Loferl sind für jeden echten Trachtenfreund von besonderem Wert, wenn sie handgestrickt wurden. Vielleicht sogar nach alten überlieferten Mustern, die man heute kaum noch kennt. Wenige Menschen in Bayern beherrschen die Techniken noch und eine Dame möchten wir heute einmal vorstellen: Sigrid Schober aus Mittergars im Chiemgau.
Die verwitwete Rentnerin kommt ursprünglich aus Baden-Württemberg, lebt aber bereits seit 41 Jahren in Bayern. Vor rund zehn Jahren begann sie sich für das Thema Trachtenstrickwaren zu interessieren und fing schnell Feuer - zumal in einer Kulturlandschaft wie dem Chiemgau ja auch ein dementsprechender Bedarf herrscht. Damals versuchte sich Frau Schober mit ein paar Trachtenstrümpfen - mittlerweile umfasst das Sortiment auch Loferl, Westen und Joppen. "Die alten Muster bekomme ich viel von Kunden auf Bildern zugeschickt. Einige habe ich auch im Internet gefunden. Die drei Bücher von der Liesl Fanderl habe ich natürlich auch und stricke manches Muster daraus!", erzählt die Loferlmacherin aus Mittergars. Geduld muss man schon ein wenig mitbringen - vor allem wenn die "Freiluftsaison" wieder losgeht, ist der Andrang entsprechend groß. Wer glaubt, eine Woche vor der Wiesn noch ein paar Loferl bestellen zu können und diese rechtzeitig zu bekommen, wird enttäuscht werden. Wer aber ein paar Wochen Zeit hat, kann sich über wirklich handwerklich gut gemachte und originelle Ware freuen - fernab vom langweiligen Angebot der Industrieware. Erreichen kann man Frau Schober telefonisch unter Tel. 08073-9146650 oder via Email unter sigrid-schober@t-online.de Ein paar Beispiele ihrer zahlreichen Arbeiten:
Unter dieser Rubrik werden wir hier in unregelmäßigen Abständen Menschen aus Bayern vorstellen, die eine besondere Geschichte zu erzählen haben, ein außergewöhnliches Hobby haben oder eben "bayerische Unikate" sind.
Teil 1 Beginnen wollen wir heute mit dem Münchner Markus Walleczek (geb. 1967).
Er ist einer der Landeshauptstädter, die fest mit ihrer Heimat verwurzelt sind, gerne ihren Dialekt bewahren und diesen auch sprechen. Als stellvertretender Abteilungsdirektor einer großen bayerischen Bank hat er allerdings mit der Mundart nicht immer einen leichten Stand und muss sich für seine Gesprächspartner schon einmal sprachlich anpassen Nicht so aber in seiner Freizeit und bei seinem Hobby. Da kann er ein Bayer durch und durch sein, ohne sich zu verbiegen. Seit rund 20 Jahren sammelt der Markus zusammen mit seinem Vater Trachtenmesser, Charivaris und Schnupfdosen. 10 Jahre ist es nun her, dass die beiden begonnen haben, diese begehrten Trachtenaccessoires auch selbst zu entwerfen und herzustellen. Hilfe bekommen sie hierbei von einem Spezl, der als leidenschaftlicher Jäger und Bastler ausgefallene Einzelstücke herstellt. Die Nachfrage wurde immer größer. Dennoch bestehen die Wallczeks darauf, keine Massenware zu produzieren: "Jedes Teil ist ein Unikat und aus besten Materialien hergestellt." Mit diesem Qualitätsanspruch haben sie sich einen guten Namen unter Sammlern gemacht. Besonders die Messergriffe aus Hirschgebissen mit integrierter Schnupfdose sind exklusiv und absolute Blickfänger zum boarischn Gwand. Eine der größten Herausforderungen in seiner Karriere als Messerlieferant bezeichnet Markus die Lieferung von 35 individuellen Trachtenmessern für ein Mitglied des Herrscherhauses in Dubai. Finden kann man den Markus auf den zahlreichen Flohmärkten rund um München - sowohl beim Stöbern nach neuen Ideen und seltenen Fundstücken, als auch jeden Samstag in München-Riem mit seinem eigenen Stand. Wer selbst ein ausgefallenes Stück aus der Sammlung von Markus erwerben möchte, kann sich auf dessen Internetseite www.trachtensammler.de sein Traumstück aussuchen. Nach vorheriger Terminabsprache empfängt er Interessenten auch gerne in seiner gemütlichen Bauernstube. Dort hat er auch schon den einen oder anderen Prominenten begrüßt und ihm bei einer Halben Bier seine Schätze gezeigt - z.B. dem unvergessenen Gustl Bayrhammer und Modezar Rudolf Mooshammer. Aber auch einige Spieler des FC Bayern waren bereits bei ihm zu Gast. Falls wir jetzt Eure Neugierde geweckt haben, dann schaut mal beim Markus vorbei. Denn eines ist Fakt: Klasse statt Masse bedeutet auch: was vergriffen ist kommt in dieser Art nicht wieder. Exklusivität von Einzelstücken - das ist "Der Trachtensammler"...